DIN und ISO – Eine geschichtliche Einordnung im industriellen Kontext

DIN und ISO-Normen sind von der Industrie festgelegte freiwillig erarbeitet Standards, in dem die Vereinheitlichung von immateriellen und materiellen Gegenständen festgelegt wird.

DIN

Das deutsche Institut für Normung  e.V. wurde am 22. Dezember 1917 unter dem Namen „ Normenausschuß der deutschen Industrie“ initiiert. Nach der ersten Umbenennung im Jahr 1926 zu „Deutscher Normenausschuß“ wurde das Handlungsfeld erweitert und nicht mehr rein im industriellen Kontext beschränkt. 1951 wird die DIN Organisation Mitglied in der International Organization for Standardization (ISO) mit dem speziellen Status der einzig (anerkannten) zuständigen deutschen Organisation für Normung.

1975 wurde ein Normenvertrag mit der Bundesrepublik Deutschland und dem Verein erarbeitet, der die heutige Namensgebung festlegt. Inhalt war die Anerkennung als nationales Normungsinstitut für die Bundesrepublik und die zweiseitigen Beziehungen. Im Gegenzug verpflichtet sich die DIN Anträge der Bundesregierung für die Erstellung neuer Normen bevorzugt zu behandeln.

Arbeitsausschüssen und Fachgremien erarbeiten nationale Standards im Konsens mit den Interessenskreisen der Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft, Hersteller, Handel, Verbraucher, Prüfinstitute und Behörden.

ISO

Die Internationale Organisation für Normung (ISO) wurde 1946 auf einer internationalen Konferenz nationaler Normungsorganisationen in London initiiert. Die Organisation erarbeitet internationale Standards in allen denkbaren Bereichen und hat bis heute über 22215 internationale Standards entwickelt und setzt sich aus über 782 Unterkomitees aus 162 Ländern zusammen.

Die Mitglieder werden unterteilt in Vollmitglieder (119), 39 korrespondierende Mitglieder und 4 Subscribers, die eine Beobachtungsfunktion einnehmen. Aus jedem Land gibt es jeweils nur ein Mitglied, in Deutschland die DIN e.V. seit 1951 als Vollmitglied. Die Inhalte reichen von Zertifizierungen von Sicherheitsstandards für Produkte, das Qualitätsmanagement für innerbetriebliche Abläufe (ISO 9001) oder auch das Festlegen der internationalen Standardisierung von Schraubengrößen oder Blattgrößen (DIN A4) im Bereich der Industrie.

DIN und ISO – Bedeutung und Einflußnahme

Wirtschaftlich betrachtet hat es einen großen Vorteil für die weltweite internationale Entwicklung hervorgebracht. Erst durch eine festgelegte Standardisierung wurde ein internationaler Handel und Austausch von Gütern möglich. Denn nur dadurch war die Industrie in der Lage, Zulieferfirmen für bestimmte Bauteile mit in Projekte zu involvieren, ohne die Produkte eigens entwickeln oder herstellen zu müssen.

Internationale Normen werden unter dem Dach der Normungsorganisationen ISO und IEC in einem nationalen Delegationsprinzip entwickelt. Nationale Spiegelgremien erarbeiten länderspezifische Stellungnahmen, in der Bundesrepublik die DIN e.V. Somit erhält jedes Mitglied der ISO eine Option einer Positionierung zu einem Antrag. Das internationale Gremium der ISO setzt sich wiederum aus Experten der nationalen Spiegelgremien zusammen, welche die Interessen dort vertreten. Vorschläge von Standards können sowohl Privatpersonen, Unternehmen oder Interessensverbänden einbringen welche zuerst national in den Gremien geprüft und dann über die ISO international entwickelt und festgelegt werden können.

Unternehmen können sich einen großen wirtschaftlichen Vorteil durch das Einbringen von Standards gegenüber den Mitbewerbern erarbeiten. Nennenswerte Beispiele sind SQL als Sprache für Datenbankabfragen, die CD von Philips und Sony oder auch Cinch-Stecker an Heim-Audio- und -Videogeräten oder auch unsere angebotene, innovative Easy-Mount-Line für Führungssäulen nach DIN 9825 und ISO 9182-5